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programm
17:00:00–18:30 Kampnagel, k4
Panel
In deutscher Lautsprache, Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) und Leichte Sprache

Wie können strukturelle Barrieren an künstlerischen Ausbildungsorten abgebaut werden, damit Zugänglichkeit zur Regel wird und keine Ausnahme bleibt?
Mit: Ludger Engels (ADK BaWü), Lara Mettendorf (Tanzstudierende), Leela Scherbaum (Schauspielstudierende), Moderation: Jan Kampmann

Ausbildung mit Care

Welche Rolle spielt Care in der Ausbildung für die Darstellenden Künste? Das Panel diskutiert Care als strukturelle Herausforderung an Hochschulen aller Sparten: im Umgang mit Barrieren, in pädagogischen Haltungen, institutionellen Verantwortlichkeiten und ästhetischen Setzungen. Ausgehend von Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis sprechen Studierende und Lehrende über Lernprozesse, Begriffsverschiebungen und Grenzen von Fürsorge. Im Fokus steht die Frage, wie sich Lehre verändert, wenn Zugänglichkeit und Teilhabe nicht als Ausnahme, sondern als grundlegende Voraussetzung von Ausbildung verstanden werden.

Ludger Engels wurde als Regisseur und Musiker neben seinen Opern- und Schauspielproduktionen besonders durch interdisziplinäre und raumübergreifende Projekte international bekannt. Inszenierungen, Projekte und Installationen entstanden für Theater- und Opernhäuser, Festivals und Museen u.a. in Deutschland, der Schweiz, Ungarn, den USA, Australien und Südkorea. Ludger Engels war von 2005 bis 2013 Chefregisseur und stellvertretender Intendant am Theater Aachen. Er lehrt seit mehreren Jahren als Dozent für Opern- und Theaterregie u.a. an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, der Toneelacademie Maastricht sowie am Mozarteum Salzburg. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste Bensheim. Seit 2015 ist er an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (Ludwigsburg) tätig, zunächst als Studiengangsleiter und Professor für Regie und seit April 2022 als Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und im Kuratorium der Akademie Schloss Solitude.

Jan Kampmann (Idee, Konzept, Creative Lead, Schauspiel) hat sich in den letzten drei Jahren zu einer der bekanntesten Stimmen im deutschsprachigen Crip-Unterhaltungskosmos entwickelt. Er spielt, schreibt und spricht – immer mit doppeltem Boden, was Humor und Haltung betrifft. Zu seinen letzten Produktionen gehören ARD- und ZDF-Serien sowie Fernsehfilme, eine deutsche Uraufführung am Theater Altes Heizkraftwerk in Hamburg, Performances im öffentlichen Raum wie auch selbstgeschriebene Bühnenstücke. Außerdem entwickelt Jan eigene Stoffe, berät Produktionen zum Thema Anti-Ableismus, gibt Diversity-Workshops und ist Botschafter für u. a. Filmmakers.

Lara Mettendorf ist Tänzerin, Sozialarbeiterin B.A. und Bewegungsforscherin aus Köln und seit über zwölf Jahren im inklusiven Tanz zu Hause. Zwischen Bühne, Projekten und Festivals entwickelt sie eine künstlerische Praxis, die Freiheit, Körpergrenzen und neue ästhetische Möglichkeiten erforscht. Ihre Behinderung fließt dabei bewusst als kreativer Motor ein und eröffnet Perspektiven, die gängige Körperbilder hinterfragen und erweitern – auch wenn Barrieren Zugänge häufig erschweren. Parallel arbeitet Lara wissenschaftlich zu Inklusion, Tanz und Diversität und verbindet Praxis, Forschung und politisches Engagement zu einem gemeinsamen Feld. Was als ehrenamtlicher Einstieg begann, ist zu Berufung, Leidenschaft, Haltung und gesellschaftlicher Intervention geworden. Ihr aktuelles Masterstudium im Tanz an der Deutschen Sporthochschule Köln vertieft und bündelt diesen Weg, der sich künstlerisch wie politisch kontinuierlich weiterentwickelt.

Leela Scherbaum ist 22 Jahre alt, kommt aus Köln und ist kleinwüchsig. Nach ihrem Abitur 2021 studierte sie Literatur- und Theaterwissenschaft in München, entschied jedoch währenddessen, sich an Schauspielschulen zu bewerben. Seit April 2025 studiert sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

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