Wie verändern sich kuratorische Prozesse, wenn wir sie aus der Perspektive der crip art heraus neu denken? Und was hat das mit Disabled Leadership zu tun? Gemeinsam mit Anna Mülter, Dan Daw und Yulia Yánez Schmidt sprechen wir über Machtverhältnisse im Kulturbetrieb, über Zugänglichkeit jenseits von Symbolpolitik und über künstlerische Strategien, die Normen verschieben. Im Fokus stehen Entscheidungsmacht, Verantwortung und Kritik an aktuellen kuratorischen Praktiken – sowie die Suche nach zugänglicheren, solidarischen Formen des Kuratierens. Moderiert wird das Panel von Paulina Seyfried.
Dan Daw ist künstlerischer Leiter von Dan Daw Creative Projects. Dan Daw Creative Projects ist eine von Menschen mit Behinderung geführte Company, die eine Vorreiterrolle bei der Schaffung barrierefreier internationaler Tournee-Produktionen einnimmt, welche die Grenzen zwischen Theater, Tanz und Aktivismus verwischen. Dan Daw hat seine Arbeiten bei der British Dance Edition (Großbritannien), der Swedish Performing Arts Biennale (Schweden), dem Sydney Festival, der Sydney World Pride, dem Rising Festival und APAM (Australien), Kampnagel, Sophiensaele und Radikal Jung (Deutschland), Trafo (Ungarn), dem Auawirleben Festival (Schweiz), dem Teatro Municipal do Porto und Culturgest (Portugal), Onassis Stegi (Griechenland) und dem Performance Space New York (USA) präsentiert.

Foto: Isabel Machado Rios
Die Theaterkuratorin Anna Mülter leitet seit 2021 das internationale Festival Theaterformen in Hannover und Braunschweig. In ihrer Arbeit öffnete sie sowohl dieses als auch die Sophiensæle Berlin für Barrierefreiheit und behinderte Perspektiven. In Berlin initiierte sie „Making a Difference”, ein Netzwerk für die selbstbestimmte Arbeit behinderter, Tauber und chronisch kranker Künstler:innen im Tanz, gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund. Von 2014 bis 2020 kuratierte sie in Berlin die Tanztage Berlin und war außerdem für das Tanzprogramm und die Themenfestivals der Sophiensæle mitverantwortlich. Von 2016 bis 2019 verstärkte sie zudem das Dramaturgieteam des tanzhaus nrw. Zuvor war sie Mitarbeiterin der künstlerischen Leitung des Festivals Theater der Welt 2014 in Mannheim. Von 2003 bis 2012 arbeitete sie am HAU Hebbel am Ufer Berlin.

Foto: Anna Spindelndreier
Yulia Yáñez Schmidt, geboren und aufgewachsen in Köln, studierte Theater- und Medienwissenschaften in Hildesheim, Köln und Málaga. Im Jahr 2022 schloss sie ihre Schauspielausbildung im Inklusiven Schauspielstudio des Schauspiel Wuppertal ab, seitdem ist sie als Schauspielerin sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera zu sehen. Als Teil unterschiedlicher Kurationsteams ist sie dieses Jahr mitverantwortlich für die Programmauswahl mehrerer Theaterfestivals.

Foto: privat
Paulina Seyfried (sie/ihr) beschreibt sich selbst als weiß, queer und behindert. Aus einer Crip-Queer-Perspektive arbeitet sie als angewandte Forscherin sowie als Kulturproduzentin und -vermittlerin in kollaborativen, interdisziplinären Projekten. Zudem ist sie als Begleiterin für Organisationsentwicklung tätig. Neben eigenständigen Projekten wie “Bedarfsgemeinschaft” hat Paulina Seyfried für das Rautenstrauch-Joest-Museum, das Creative-Europe-Projekt “Islands of Kinship”, das Festival Theaterformen und un-label gearbeitet. Sie war Geschäftsführerin von “insert female artist” und Leiterin des Residenzprogramms der Akademie der Künste der Welt. 2025 war Paulina Mentee am Gropius Bau im Rahmen von „pik” der Kulturstiftung des Bundes und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 2021 erhielt sie das Forschungs- und Arbeitsstipendium für Bildende Kunst der Stadt Köln, aus dem ihr Mapping „Manege der Gegenwart” entstand. Seit 2022 ist sie zudem Mitglied des Referatsbeirats „Kulturelle Teilhabe” des Kulturamts der Stadt Köln.