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programm
16:30:00–19:00 Kampnagel, Probebühne 6c
Öffentliche Probe und Gespräch
In deutscher Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache (DGS), mit Verdolmetschung zwischen deutscher Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache (DGS), Raum nicht rollstuhlzugänglich

[in]operabilities erforscht vielsinnliche und inklusive Potenziale der Kunstform Oper. In einer offenen Probe ihrer Fidelio-Arbeit zeigen sie neue Zugänge zwischen Musik, Szene und Gebärdensprache und laden zum Austausch über barrierearme Produktionsweisen ein.

[in]operabilities: Aesthetics of Access im Musiktheater

[in]operabilities ist ein künstlerisches Kollektiv im zeitgenössischen Musiktheater und verknüpft die Kunstform Oper mit der Frage nach ihrer Zugänglichkeit. Im Kanon und Kosmos der Oper suchen Künstler:innen mit unterschiedlichen Wahrnehmungsstilen nach Formen vielsinnlichen Musizierens und Sich-Begegnens – nach kollektiven und individuellen „opera-abilities“. Seit dem Jahr 2021 sind im Rahmen von [in]operabilities mehrere Workshops, ein Labor und drei Musiktheaterarbeiten entstanden. Weitere Stückentwicklungen und diverse Workshops sind derzeit in Planung. Im Rahmen der Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft lädt das Kollektiv zu einer offenen Probe ihrer neuen Produktion auf Kampnagel. Mit Fokus auf Beethovens Oper Fidelio erforschen sie neue Formen – zwischen Libretto, Partitur und Gebärdensprache. Was bedeutet Oper für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen? Welche Rolle kann sie heute für die Gesellschaft spielen? Die Künstler:innen von [in]operabilities zeigen den aktuellen Stand der Arbeit und freuen sich anschließend über einen Austausch zu Produktionsweisen im Bereich der Aesthetics of Access im Musiktheater.

Einfache Sprache:

[in]operabilties gibt es seit dem Jahr 2021.

Bei [in]operabilities beschäftigen sich viele Künstler:innen mit der Oper.

Die verschiedenen Künstler:innen haben ganz verschiedene Perspektiven.

Viele Opern sind sehr unzugänglich für viele Menschen.

Für wen werden Opern gemacht? Wer darf Opern machen?

[in]operabilities will die Oper zugänglicher machen.

Sie fragen: Wie kann man zugängliche Opern machen?

Sie machen Workshops und Musiktheater-Stücke zusammen.

Sie machen zusammen Musik. Sie machen zusammen Theater.

Sie sprechen über die Oper. Sie wollen die Oper erforschen.

So wollen sie neue Zugänge zur Oper erfinden.

Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist auf 30 begrenzt. Anmeldung an der Akkreditierung.

Foto: Mayra Wall

Athena Lange (Performance) ist Schauspielerin und Theatermacherin in Berlin und arbeitet in verschiedenen Theater- und Filmproduktionen u.a. in den Sophiensaelen Berlin, am Schauspiel Leipzig, der Theaterfabrik Sachsen, dem Filmstudio Babelsberg und in Produktionen des Possible World e.V. Berlin. 2020 war sie als Performerin und Co-Autorin Teil der freien Produktion CVier – ein visuelles Musical für Gebärdensprache“ an den Sophiensaelen Berlin. Sie arbeitet als Synchronsprecherin u.a. für Netflix-Produktionen. Athena ist im Alter von 20 Jahren ertaubt. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Schauspielschule Leipzig, welche sie 2015 mit der Bühnenreifeprüfung abschloss.

Foto: Dieter Har

Sophia Fia Neises (Performance) ist freischaffende Performerin, Choreografin, Access-Dramaturgin, Theaterpädagogin und Behindertenrechtsaktivistin im Kulturbereich. Seit 2016 entwickelt sie mit der:dem Choreograf:in Zwoisy Mears-Clarke deren Tanzform „Non-visual Dance”. Seit 2018 setzt sie sich mit Audiodeskription als Barrierefreiheitsangebot und Kunstform auseinander, u.a. in Projekten mit Michael Turinsky oder Rykena/Jüngst, wo sie poetische, in den Sound eingebettete, Audiodeskriptionen verwirklichte. Sie ist künstlerische Co-Leitung des LIFT Tanzkollektivs, eine Konstellation von crip, queeren und migrantischen Körpern, die neue Begegnungs- und Erfahrungsräume schaffen und ästhetische Barrierefreiheit in den Mittelpunkt stellen. Und sie ist Teil des Musiktheaterkollektivs [in]operabilities. 2023 wurde sie mit der „Ehrung für herausragende Entwicklung im Tanz” des Deutschen Tanzpreises ausgezeichnet. Sie identifiziert sich als behinderte Künstlerin und regt an, die individuellen Wahrnehmungsstile von Menschen im höchsten Maße wertzuschätzen und bedingungslosen Zugang zu Kunst schon im Prozess zu kreieren.

Foto: Andrey Weyers

Marie-Sophie Richter (Performance) arbeitet als freischaffende Sängerin in Hamburg. Sie studierte klassischen Gesang in Hamburg und Köln und wurde in dieser Zeit von der Nikolaus-Reiser-Stiftung gefördert. Während des Studiums sang sie in Produktionen der HfMT Hamburg und des Theater Kiel und fand in Projekten der freien Szene mit Regisseuren wie Benjamin van Bebber Freiräume zum Forschen an Stimme und Oper. Die Sopranistin ist heute sowohl im Opern- und Oratorienbereich tätig als auch in der freien Musiktheaterszene und gibt selbstkonzipierte Liederabende. Marie-Sophie Richter sucht neue Formen im Umgang mit dem klassischen Kunstgesang, um mit dem Instrument „Stimme“ Zuhörer noch unmittelbarer bewegen zu können.

Foto: Jeanne Charlotte Vogt

Benjamin van Bebber (Regie) arbeitet als Regisseur, Dozent, Hörspielmacher, Performer. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Erprobung kollektiver Arbeitsprozesse im Musiktheater und die Stimme als Möglichkeit experimenteller Begegnungen. Auf Kampnagel Hamburg realisiert er regelmäßig Musiktheater, zuletzt die [in]operabilities-Produktionen „Die Wellen” (2024), „Die Insel“ (2024) und „A Singthing“ (2021). Die Musiktheater-Uraufführungen „Kolik” von Rainald Goetz (2018) und „Queen of Hearts” (2022) inszenierte er am Gare du Nord Basel u.a. mit dem Solistenensemble Kaleidoskop und der Sopranistin Sarah Maria Sun. Seine Adaption der „Winterreise“ mit dem Composer-Performer Leo Hofmann wurde u.a. am Goethe Institut Nairobi, in der Elbphilharmonie Hamburg und an der Ruhrtriennale gezeigt und 2017 mit dem Schweizer Performancepreis ausgezeichnet.  Er unterrichtete u.a. an der HfMT Hamburg oder der UdK Berlin. Derzeit studiert er Gebärdensprachdolmetschen an der Universität Hamburg.

Foto: Filo Krause

Leo Hofmann (Komposition & Vielsinnliches Arrangement) kreiert, komponiert und spielt Musiktheater, Performances, Hörspiele und Installationen mit [in]operabilities und darüber hinaus. Er arbeitet mit Stimme, Elektronik und Bewegung, untersucht die Medialität von Musik, das Visuelle im Musizieren und das Körperliche im Klang. Seine Stücke wurden an vielen internationalen Festivals, Konzerthäusern und Theatern gezeigt, u. a. am SPOR Festival (Aarhus), im Gare du Nord (Basel), in der Elbphilharmonie (Hamburg), am Goethe-Institut Nairobi, an den Darmstädter Ferienkursen und im Cabaret Voltaire (Zürich). Seine mehrfach ausgezeichneten Hörspiele liefen u. a. auf Radio WDR 3, SWR 2, SRF 2, ORF 1 und Deutschlandradio Kultur. Seine Klanginstallationen wurden u.a. im Kunstquartier Bethanien (Berlin), im Casa da Musica (Porto), im e-werk (Freiburg) sowie im Centre Pasquart (Biel) ausgestellt.

Ladislav Zajac (Licht & Raum) setzt sich als Künstler auf vielfältige Weise mit der Wahrnehmung von Räumen und deren formalen Bedingungen auseinander. Es verbinden ihn langjährige Zusammenarbeiten mit Phillip Oerschler, dem Solistenensemble Kaleidoskop und Sabrina Hölzer. Neben bildnerischen und installativen Arbeiten gestaltet er Licht und Räume für Theaterproduktionen wie das mehrteilige „Into the Dark“ Projekt von Sabrina Hölzer.

Foto: Sophie Wanninger

Franziska Henschel (Dramaturgie) schreibt, entwickelt und inszeniert Stücke für Kinder und Erwachsene u.a. als Dramaturgin bei [in]operabilities. Sie erforscht und lehrt Schauspiel als choreografische Praxis u.a. an der Theaterakademie Hamburg, ist Professorin für interdisziplinäre künstlerische Praxis und Theorie an der MSH und entwickelt aleatorische Inspirationswerkzeuge zur künstlerischen Selbstermächtigung. Ihre Arbeiten wurden u.a. zum Szene Bunte Wähne, dem Westwindfestival, Körber Studio Junge Regie, dem Live Art Festival und dem Berliner Theatertreffen „Augenblick Mal“ eingeladen.

Foto: Daniel Müller

Jeanne Charlotte Vogt (Dramaturgie Audiodeskription / Creative Producer) arbeitet als Kuratorin, Dramaturgin und Kulturproduzentin zwischen Medienkunst, Performance und Bildung. Im Rahmen von [in]operabilities arbeitet und forscht sie mit einem Schwerpunkt im Bereich Audiodeskription, inklusiver Öffentlichkeitsarbeit & Vermittlung und wirkt als studierte Diplom-Betriebswirtin ebenso als Producerin mit. U.a. arbeitete sie in der Dramaturgie des Künstler:innenhaus Mousonturm, wo sie Produktionen u.a. von Rimini Protokoll und Ariel Efraim Ashbel dramaturgisch begleitete. Seit 2016 ist sie Künstlerische Leiterin des Frankfurter NODE Verein zur Förderung Digitaler Kultur e.V.

Foto: Maria Gibert

Naomi Sanfo-Ansorge (Dramaturgie Audiodeskription) ist Tänzerin, Tanzpädagogin, Choreografin, Access – Dramaturgin und Audiobeschreiberin mit Sehbehinderung in Hamburg und Berlin. Sie hat neben ihrer staatlich anerkannten Ausbildung zur Tanzpädagogin, einen BA in Lehramt Sonderpädagogik absolviert. Als Tanzschaffende erarbeitet sie in Produktionen u.a. eigene, mit der Bewegung verbundene poetische Texte, um den Tanz von der Bühne, der Innenperspektive heraus, zu beschreiben und damit Audiodeskription bereits in der choreografischen Setzung mitzudenken. Ihre Motivation als sehbehinderte Künstlerin ist es, Mittel zur Barrierefreiheit in der Bühnenkunst nicht „nur“ im Rahmen der Zugänglichkeit, sondern immer auch als künstlerische Inspiration und Impulsgabe zu verstehen.

Foto: Karin Wempe

Susanne Tod (Dramaturgie Deutsche Gebärdensprache) arbeitet als Access Dramaturgin, Theater- und Kulturvermittlerin in verschiedenen Produktionen und Projekten, mit einem Schwerpunkt auf das im Experimentieren mit Gebärdensprache als Bühnensprache, u. a. für das FELD – Theater für junges Publikum und das Theater o.N. in Berlin, auf Kampnagel Hamburg, am Jungen Theater Münster, Jungen Theater Augsburg und für das Beethovenfest Bonn. Sie arbeitet dabei u.a. mit Eyk Kauly, Athena Lange, Jan Kress, Leute wie die, look.listen.bam, Regina Rossi und Rykena/Jüngst zusammen. Von 2012‐ 2022 initiierte und leitete sie am Ernst Deutsch Theater gemeinsam mit Eyk Kauly den Jugendclub TheaterPlus. 2019 erhielt sie mit dem Theater Mär für die Produktion „Und wir flogen tausend Jahre“ den Hamburger Kindertheaterpreis. Susanne Tod ist Teil der Künstler*innen‐Kollektive [in]operabilities in Hamburg und baff in Berlin.

Emil Leske (Dramaturgie Deutsche Gebärdensprache, Mitarbeit Regie) ist gehörloser Theatermacher und wirkt seit Beginn an [in]operabilities als Outside-Eye, Regie-Assistenz und zuletzt als Performer mit. Er engagiert sich u.a. in der Beratungsgruppe Deaf Campi auf Kampnagel, bei Crip Art Now und wirkt seit seiner Mitarbeit bei [in]operabilities an verschiedensten Theaterproduktionen der Freien Szene Hamburgs. Er leitete außerdem bereits den Jugendclub am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Im Rahmen des ersten [in]operabilities Labors forschte er an der Musikalisierung von Gebärdensprache und an gesungener Audiodeskription. Emil strebt aktuell ein Regiestudium an.

Foto: privat

Jessica Gadani (Kostüm) ist ausgebildete Sängerin, ursprünglich aus Upstate New York. Ihre Gesangsausbildung hat sie 2006 am Ithaca College abgeschlossen. Seit 2009 wohnt sie in Berlin und arbeitet hauptsächlich als interdisziplinäre Sängerin/Performerin in der Deutschen Freies Theaterszene, derzeit u.a. mit Künstler:innen Ariel Efraim Ashbel and Friends, Dafna Maimon, [in]operabilities, Alexander Charim, Solistenensemble Kaleidoskop, La Cage, Ethan Braun und Adam Linder. Seit 2022 leitet sie einen Liebhaberchor namens ‘Show Choir’ in Berlin Kreuzberg und nimmt ist mit ihm an verschiedenen künstlerischen Produktionen beteiligt.

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